Prezi vs. Power Point

Nach meinem ersten Prezi hier nun ein paar Gedanken, wie sich Prezi von Power Point unterscheidet, wo es keinen Unterschied gibt und wie man Prezi im DaF-Unterricht einsetzen könnte.

Unterschiede zwischen Prezi und Power Point

Der augenscheinlichste Unterschied liegt in der Metapher des Interfaces; bei Power Point der Diaprojektor, was einfach zu beschreiben ist. Im Fall von Prezi fällt es mir durchaus schwerer, die Metapher zu greifen und das Interface damit beschreibbar zu machen. In Prezi werden Informationen auf einer Fläche angeordnet, über die eine Kamera sich bewegt, dich auch in Details zoomen kann. (Fast möchte ich das als eine Art von Pseudo-3-Dimensionalität bezeichnen.)

Dadurch wirken Prezis ungleich dynamischer, weil es viel mehr Bewegungsmöglichkeiten gibt, inkl. Rotation und Zoom. Gerade der Zoom bietet auch die Möglichkeit, Details zu verbergen und durch einen Zoom hervorzuheben, oder auch herauszuzoomen und die Themen im Überblick zu zeigen. (Die Macher von Prezi.com werben damit, dass dies auch auch jederzeit möglich sei während der Präsentation, wenn es Rückfragen gebe.)

Ein weiterer Unterschied ist die Möglichkeit, in Prezi kollaborativ zu arbeiten, also dass sich mehrere Personen ein Prezi teilen und es gemeinsam erstellen. (Wobei Microsoft seit Kurzem seine Office-Anwendungen ins Web gebracht hat, als Antwort auf Google Docs also Office Web Apps auf SkyDrive – inwieweit die eine ähnlich kollaborative Arbeitsweise zulassen, habe ich mir noch nicht angeschaut.)

Wo Prezi und Power Point vergleich sind

Das Ziel teilen sich Power Point und Prezi, nämlich Informationen und/oder Argumente einem Publikum zu präsentieren bzw. den Präsentierenden dabei zu unterstützen. Insofern kommt man am Ende bei beiden zu einer linearen Präsentationsweise, aus der man bei Prezi aber wohl doch besser ausbrechen kann, wenn Details oder Überblick erforderlich sind – so diese bei der Erstellung berücksichtigt worden sind.

Vorteile von Prezi

Gerade diesen letzten Punkt kann ich mir als Vorteil vorstellen, wenn mit Prezi ein abstraktes Thema (z.B. eine grammatische Struktur) präsentiert wird und es Rückfragen der Schüler gibt. Dank der Unflexibilität von Power Point an dieser Stelle habe ich nach wenigen Versuchen Power Point für inhaltliche Dinge den Rücken gekehrt.

Die meisten Ideen hatte ich allerdings bei den kollaborativen Möglichkeiten von Prezi. Etwa gemeinsame Projekte zwischen zwei Klassen – ich sollte in meinem Interviewprojekt „Erneuerbare Energien“ noch Prezi einbauen.

Kritikpunkte an Prezi

Prinzipiell muss man bei der Arbeit sich mit allen Problemen des Web 2.0 auseinandersetzen – etwa dass ein (möglichst breitbandiger) Zugang zum Internet gegeben sein muss, um Prezi anständig nutzen zu können. Das mag zwar in Europa und den USA der Fall sein, aber in Südostasien kann das anders aussehen. Hinzu kommen noch Aspekte wie Datenschutz, der Zwang zu einem weiteren Benutzerkonto (was nicht jeder gerne macht).

Was Präsentationen angeht, finde ich die Cognitive Load Theory von John Sweller und Paul Chandler immer noch überzeugend. Die Dynamik von Prezis könnten demnach eher ablenken und den Lernfortschritt behindern, aber dies trifft natürlich auch auf Power Point zu.

Es kommt also letzten Endes auf einen sehr gezielten Einsatz der Möglichkeiten der Möglichkeiten von Prezi an.

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6 Responses to Prezi vs. Power Point

  1. Kurt sagt:

    Dein PASCH-Prezi ist wirklich schön, und die Möglichkeiten dieser Technologie, die Du da ausprobierst, sind sehr überzeugend. Bisschen wie Achterbahn. Eigentlich kann man Power Point in die Tonne kicken. Es ist ein völlig anderer Denkansatz – aber ich denke, es ist erst ein Anfang.
    Probleme sehe ich, ähnlich wie Du, vor allem beim Thema „Besitz“. Also dass ich weder das Programm, noch mein fertiges Endprodukt auf meinem eigenen Rechner habe, sondern zunächst einmal alles nur im Netz, macht mich erstens völlig abhängig von einer „Firma“, die da viel zu viel Macht über mich und mein geistiges Eigentum erhält, weil sie ja jederzeit querschießen kann, und zweitens, wie Du sagst, allzu abhängig vom ständigen Vorhandensein eines (kostenlosen?) schnellen (mobilen?) Internetzugangs in jedem Klassenzimmer. Hmtja. Das Programm scheint mir, angesichts des Ergebnisses, durchaus überzeugend, aber dass es webbasiert ist, halte ich für ein Problem. Gerade deshalb, weil ich glaube, dass sich die Möglichkeiten dieser Darstellung rasant erweitern werden – und neue Programmversionen sind ja auf Dauer fast immer mit dem Verlust der alten Daten verbunden – also die sind irgendwie noch da, aber nicht mehr abspielbar.

    • timokl sagt:

      Die Daten online zu speichern hat ja durchaus auch Vorderteile. U.a. auch, dass man in der Bearbeitung unabhängiger ist von nur einem Computer, dass die Daten immer verfügbar sind und dass man potenziell einfacher gemeinsam an einem Dokument arbeiten kann, so wie bei Wikipedia. Beispielsweise das Erstellen von Listen für eine Veranstaltung, bei der die einzelnen TN nicht am selben Ort arbeiten ist ein wunderbares Beispiel dafür, wo Online-Dokumente ihre Stärke haben. Viel einfacher als das Versenden von Dateien per Anhang und dem Problem, wenn unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Versionen arbeiten. 🙂

      Was die Archivierung betrifft – da gebe ich dir völlig recht – das ist ein Problem.

      Es hängt vor allem davon ab, mit welchem Ziel du etwas erstellst und wie der Arbeitsmodus ist.

      Speziell zu Prezi und Power Point: Ich bin mir noch nicht ganz sicher, in wie weit Power Point und Prezi dasselbe Ziel haben. Für viele ‚einfache‘ Dinge, z.B. ein paar Fotos hintereinander zu zeigen, da ist Power Point doch viel einfacher handzuhaben. Es kommt darauf an, was du machen willst – und womit du das für dich einfacher erreichst. Letztlich sind beides ja nur Werkzeuge und nicht Mittel zum Zweck.

      Na ja … sie sollten zumindest kein Mittel zum Zweck sein. 🙂

  2. Tünde sagt:

    lieber Timo,

    schön, dass du deine Prezi-Erfahrungen mit uns teilst. : )
    Ach ich weiss nicht, ob man überhaupt Prezi mit PowerPoint vergleichen sollte…
    Sind ja total anders…
    Zur Zeit bevorzuge ich eher die online-Präsentationstools, obwohl das mich natürlich
    auch abhängig von einer „Firma“ und Internetzugang macht.
    ich mag es, wenn die Daten immer überall verfügbar sind – und kann sie einfach verlinken oder sharen!: )
    Na ja die Gefahr besteht auch, die Daten, eines Tages zu verlieren – aber die Technik entwickelt sich super schnell und wir auch zusammen mit ihr. Ich habe so vieeele PPP auf meiner alten Festplatte (habe insg. 3), die ich überhaupt nicht mehr benutze…
    Schau mal wie viele online-Präsentationstools wir noch testen könnten!
    http://tuende.wordpress.com/2011/02/22/similarsitesearch-dd/
    gLG
    Tünde

  3. Tünde sagt:

    lieber Timo,

    Ach wie schön, dass du deine Prezi-Erfahrungen mit uns teilst!
    und Prezi mit PP zu vergleichen? – sie sind ja total anders…
    Wenn man vorher das Ziel bestimmt, kann auch leichter das Tool auswählen, mit dem man es einfacher aber auch schneller erreichen kann.
    Zur Zeit bevorzuge ich eher die online-Präsentationstools, obwohl sie – wie Kurt schreibt- mich abhängig von einer „Firma“ und von den ständig vorhandenen Internetverbindungen machen.
    Ich finde es sehr praktisch, dass die Daten so immer von überall verfügbar sind, man kann sie so immer bearbeiten, aber auch verlinken und sharen. Kooperation ist ja aber auch möglich. : )
    Und wie lange sollte man überhaupt die Daten archivieren? ich habe seeeeehr viele PPP auf meiner alten Festplatte (habe insgesamt 3), die ich nicht mehr benutze…

    und ja schau mal, wie viele Präsentationstools wir noch testen könnten:http://tuende.wordpress.com/2011/02/22/similarsitesearch-dd/

    gLG
    Tünde

  4. Tünde sagt:

    lieber Timo,
    Ach wie schön, dass du deine Prezi-Erfahrungen mit uns teilst!
    und Prezi mit PP zu vergleichen? – sie sind ja total anders…
    Wenn man vorher das Ziel bestimmt, kann auch leichter das Tool auswählen, mit dem man es einfacher aber auch schneller erreichen kann.
    Zur Zeit bevorzuge ich eher die online-Präsentationstools, obwohl sie – wie Kurt schreibt- mich abhängig von einer „Firma“ und von den ständig vorhandenen Internetverbindungen machen.
    Ich mag es, wenn die Daten so immer von überall verfügbar sind, man kann sie so immer bearbeiten, aber auch verlinken und sharen. Kooperation ist ja aber auch möglich. : )
    Und wie lange sollte man überhaupt die Daten archivieren? ich habe seeeeehr viele PPP auf meiner alten Festplatte (habe insgesamt 3), die ich nicht mehr benutze…

    und ja schau mal, wie viele Präsentationstools wir noch testen könnten:http://tuende.wordpress.com/2011/02/22/similarsitesearch-dd/
    LG
    Tünde

  5. […] …paar Gedanken von Timo, wie sich Prezi von Power Point unterscheidet, wo es keinen Unterschied gibt und wie man Prezi im DaF-Unterricht einsetzen könnte… […]

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